Über „RENT“

„RENT“ lief von 1996 bis 2008 ununterbrochen am Broadway, brachte es dort auf 5.123 Vorstellungen und ist mittlerweile auf Rang 8 der am längsten ununterbrochen laufenden Broadwaymusicals.

„RENT“ erhielt mehrere Tony Awards, einen davon für das „Beste Musical“, den begehrten Pulitzer-Preis für das „Beste Drama“ und zahlreiche andere Kritikerpreise.

2005 wurde „RENT“ verfilmt. Der Film war im deutschsprachigen Raum ab dem 13. April 2006 mit deutschen Untertiteln in den Kinos zu sehen.

 

Jonathan Larson – Komponist und Autor:

„RENT“ ist das letzte und auch das bedeutendste Werk des Komponisten und Autors Jonathan Larson (1960–1996). Er wuchs in einer jüdischen Familie auf. Nach seiner Schulzeit studierte Larson Schauspiel an der Adelphi University, Garden City im Bundesstaat New York. Während seines Studiums begann Larson mit dem Komponieren von verschiedenen Musikstücken und Musicalwerken. Larson erreichte 1982 den Bachelor der Freien Künste. Danach zog er nach Manhattan. In den folgenden Jahren arbeitete Larson an Wochenenden als Kellner und war während der Woche mit dem Komponieren und Schreiben von Musicals beschäftigt. Seine Lebensumstände ähnelten denen, die er im Musical „RENT“ beschreibt.

Larson starb kurz vor der „RENT“-Premiere im Januar 1996 an den Ursachen des Marfan-Syndroms durch eine Aortendissektion im Alter von nur 35 Jahren.

 

Quellen und Inspiration

Larsons Inspiration für den Inhalt von „RENT“ kam aus verschiedenen Quellen.

Viele Charaktere und Handlungselemente stammen aus der Oper La Bohème von Giacomo Puccini, die ihre Premiere 1896, also 100 Jahre vor „RENT“, feierte. In La Bohème geht es auch um die Leiden und das Leben junger, verarmter Künstler. Tuberkulose, die plagende Krankheit in Puccinis Oper, wird in „RENT“ durch AIDS ersetzt, das Paris um 1830 durch das New Yorker East Village in den späten 1980er-Jahren. Die Namen und die Identitäten der Figuren in „RENT“ reflektieren Puccinis Originalcharaktere, trotzdem sind nicht alle direkte Adaptionen. So basiert zum Beispiel die Figur der Joanne in „RENT“ auf dem Charakter von Alcindoro in La Bohème, weist aber ebenso Merkmale der Figur des Marcello auf. Außerdem ist Joanne der einzige Charakter in „RENT“, der im Original ein anderes Geschlecht hat.

Ein weiteres Beispiel für die Parallelen zwischen Larsons und Puccinis Werk ist der von Larson komponierte Song „Light my Candle“, der fast identisch mit der ersten Szene in Puccinis Oper ist, in der Mimi und Rudolfo sich begegnen. Außerdem wurde die Melodie von „Musetta’s Waltz“ direkt übernommen. Das Lied „Quando Me’n Vo“ aus La Bohème wird in der ersten Strophe des Songs „Take me or leave me“ rezitiert, in dem Maureen beschreibt, wie die Leute sie anstarren, wenn sie an ihnen vorbeigeht.

 

„RENT“ ist auch ein autobiographisches Werk, in das Larson viele Elemente seines eigenen Lebens hat einfließen lassen: So lebte Larson selbst für viele Jahre in New York als ein hungernder Künstler mit ungewisser Zukunft. Er verzichtet auf ein Leben in stabilen Verhältnissen, um als Künstler arbeiten zu können, und teilte viele Hoffnungen und Ängste mit den Figuren des Musicals. Wie seine Charaktere ertrug er die schlechten Lebensbedingungen, und einige davon (z.B. illegale Holzöfen, eine Badewanne in der Mitte seiner Küche, eine defekte Klingel: seine Gäste mussten ihn vom Münztelefon auf der anderen Straßenseite aus anrufen, er warf dann die Schlüssel herunter) fanden ihren Weg in das Stück. Auch für jenen Sub-Plot, in dem Maureen Mark für eine Frau verlässt, gibt es eine Vorlage in Larsons Leben: Seine eigene Freundin hatte ihn einst für eine Frau verlassen.

Der Satz „I’m more man than you’ll ever be … and more woman than you’ll ever get!“, der auf Angels Beerdigung als Tribut an ihn vorgetragen wird, ist ein Zitat und wurde ursprünglich von der Figur Hollywood Montrose in den Filmen Mannequin von 1987 und Mannequin 2 – Der Zauber geht weiter von 1991 formuliert. Wie Angel ist Hollywood ein extravaganter homosexueller Mann, der Lieder und Tanznummern präsentiert und manchmal Frauenkleider trägt.

Die ersten Entwürfe für die Figuren des Musicals unterschieden sich stark von deren Konzeption in der Endversion des Stücks. In der ursprünglichen Stückanlage hatte jeder der Charaktere außer Mark AIDS. Maureen war eine ernste und wütende Frau, die in ihrer Performance auf Ödipus anspielte, Mark ein Maler, Roger hieß Ralph und schrieb an einem Musical, Angel war ein Jazz-Philosoph, Collins ein Straßenkünstler (beide sollten ursprünglich weiß sein), und Benny hatte eine etwas größere Rolle in dem Stück inne.

Viele reale Orte und Ereignisse werden im Musical genannt und haben es geprägt. So verweist beispielsweise das „Life Café“, in dem die Nummer „La vie Bohème“ statfindet, auf ein Restaurant gleichen Namens im East Village von New York. Die Unruhen am Ende des ersten Akts basieren auf einem Konflikt in den späten 1980er Jahren, die im East Village aufkamen, als über den Tompkins Square Park eine Ausgangssperre verhängt wurde.

„Will I?“, ein Lied, das während eines Life-Support-Treffens gesungen wird, drückt den Schmerz und die Furcht vor dem Leben mit AIDS aus. Dieser wurde durch ein reales Erlebnis inspiriert. Larson nahm an einem Treffen der „Friends in Deed“ teil, einer Organisation, die anderen Menschen hilft, sich mit Krankheit, Trauer und anderen Emotionen auseinanderzusetzen. Nachdem er das erste mal dort war, nahm er regelmäßig an dem Treffen teil. Während eines Treffen stand eines der Gruppenmitglieder auf und sagte, dass er keine Angst vor dem Sterben hätte. Er sagte, dass es allerdings eine Sache gebe, vor der er sich fürchte, und zwar, seine Würde zu verlieren. Aus diesem Satz entstand die erste Zeile des Kanons „Will I lose my dignity?“. Die Menschen, die in dem Musical die Selbsthilfegruppe  bilden, haben allesamt Namen von Freunden des Autors, die an AIDS gestorben sind. In den Broadway-Shows werden die Namen der Gruppenteilnehmer jeden Abend ausgetauscht, um die Freunde der Besetzungsmitglieder zu ehren, welche mit AIDS leben oder daran gestorben sind.

(Quelle Wikipedia)

 

 

 

 

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Jonathan Larson

 

 

La Boheme